Methoden

Die Erfahrung zeigt, dass jeder Klient und jedes Anliegen sehr individuell ist und dass es deshalb keine einheitliche Vorgehensweise und Methodik geben kann. Das macht meine Arbeit für mich immer wieder faszinierend und reizvoll!

Im Rahmen eines Erstgespräches haben wir gemeinsam die Gelegenheit, uns kennenzulernen und uns ein erstes Bild von einer möglichen Zusammenarbeit zu machen. Insgesamt stehen uns von Seiten der Krankenkassen und Krankenversicherungen fünf sog. “probatorische Sitzungen” zur Verfügung. In diesem Zeitraum erhalte ich ein Verständnis über Ihr Anliegen, wir entwicklen Behandlungsziele und stimmen eine geeignete Vorgehensweise ab.

Methodisch arbeite ich individuell abgestimmt mit Behandlungsverfahren aus unterschiedlichen Therapieansätzen. Grundlage dabei ist die Verhaltenstherapie und eine systemisch-konstruktivistische Perspektive.

Was ist Verhaltenstherapie?

Die Verhaltenstherapie (VT) ist in Deutschland eines der beiden anerkannten Richtlinienverfahren. Das heißt, dass die Wirksamkeit der VT bei einem sehr breiten Spektrum von Störungen und Erkrankungen wissenschaftlich nachgewiesen ist und von den Krankenkassen und Privaten Krankenversicherungen übernommen werden.

Im Sinne der Verhaltenstherapie ist problematisches Verhalten (Beschwerden und Symptome) das Ergebnis von Lernprozessen. Dieses gelernte Verhalten kann damit auch wieder „verlernt“ werden. Die Verhaltenstherapie fokussiert sich im Wesentlichen auf das gegenwärtige Geschehen und zieht die Vergangenheit zum Verstehen der Lernprozesse mit heran. Der Patient erlernt Methoden und Techniken, mit deren Hilfe er Probleme besser bewältigen kann und Alternativen zum bisherigen problematischen Verhalten entwickelt.

Folgende verhaltenstherapeutische Methoden wende ich in der Behandlung häufig an:

  • Kognitive Methoden (Z.B. werden eigene Gedanken, Einstellungen und Erwartungen geklärt und nicht zutreffende und belastende Überzeugungen aufgedeckt und verändert.)
  • Rollenspiele (z.B. zur Vorbereitung belastender, zukünftiger Situationen oder zur Reflexion kritischer, vergangener Situationen)
  • Imaginative Techniken (z.B. Vorstellungsübungen und Arbeit mit inneren Bildern)
  • Kommunikationstechniken
  • Strategien zum Umgang mit Konflikten
  • Entspannungsverfahren

Was ist Schematherapie?

In den letzten Jahren hat es innerhalb der „klassischen“ Verhaltenstherapie eine Reihe von Weiterentwicklungen gegeben, die auch Erfahrungen aus anderen psychotherapeutischen Ansätzen einbeziehen (z.B. Gestalttherapie, tiefenpsychologische Verfahren, Transaktionsanalyse, achtsamkeitsbasierte Methoden, etc.).  Eine dieser Weiterentwicklungen nennt sich Schematherapie.

Viele Menschen haben selbst schon die Beobachtung gemacht, dass ihr Verhalten durch bestimmte „Muster“ gesprägt ist. Diese Handlungsmuster wurden in früher Kindheit angelegt und prägen unser Selbstbild, unsere Gefühle und dadurch unsere Beziehungen. Im Rahmen der Schematherapie nach Jeffrey Young werden diese Handlungsmuster („Lebensfallen“) sowie die typischen Bewältigungsmuster ermittelt und verändert. Schematherapie ist hilfreich, wenn Sie möglicherweise das Gefühl haben, immer wieder gegen ihren Willen in Situationen und Verhaltensweisen geraten, die sie schon lange abstellen wollten. Dies können z.B. Schwierigkeiten in Beziehungen oder im Beruf oder Symptome wie Ängste, Depressionen, Alkoholmissbrauch oder aggressives Verhalten sein.

Was ist Systemische Therapie?

In der Systemischen Therapie werden Probleme nicht als Eigenschaften der einzelnen Person gesehen. Sie werden verstanden als sind Ausdruck der aktuellen Kommunikations- und Beziehungsbedingungen in einem System (z.B. Familie, Partnerschaft, berufliches Umfeld, etc.). Daher betrachtet man in der systemischen Therapie die psychischen Probleme des Klienten stärker im Zusammenhang mit ihren relevanten Beziehungen und Lebenskontexten als dies bei anderen Psychotherapieformen der Fall ist. Ursprünglich war die systemische Therapie als Familientherapie bekannt, die immer mit allen Familienangehörigen arbeitet. Zentrale systemische Arbeitsweisen haben sich aber auch im Einzelsetting bewährt. Daher beziehe ich bei Bedarf gerne Angehörige in den Therapieprozess mit ein oder arbeite in der Einzeltherapie mit Methoden aus der systemischen Therapie wie bspw. mit Hilfe von Stühlen, Genogrammen oder nutze Figuren als Skulptur für die Arbeit auf dem Familienbrett.

Seit Dezember 2008 ist die systemische Therapie auch in Deutschland wissenschaftlich anerkannt.

Was ist EMDR?

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing und wurde Ende der 80er Jahre von Dr. Francine Shapiro in Kalifornien entwickelt. Heute ist es ein anerkanntes Behandlungsverfahren für Traumafolgestörungen und Angstzustände, dessen Wirksamkeit in vielen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde.

Im Mittelpunkt der Behandlung mit EMDR steht die nicht-sprachliche Nachverarbeitung belastender Erinnerungen durch Stimulation der beiden Gehirnhälften (“bilaterale Stimulation”). Dadurch wird das Gehirn  aktiviert, um belastende, “eingefrorene” Erinnerungen zu verarbeiten. Während der bilateralen Stimulation bewege ich abwechselnd meine Hand von rechts nach links und Sie folgen den Fingern mit den Augen. Es ist immer wieder verblüffend, wie man mit  Hilfe von EMDR oftmals schon innerhalb sehr kurzer Zeit Patienten entlasten kann.